Gartenräume – Gartenträume

Der Schlüssel zu nahezu jeder Gestaltung heisst Unterteilung und Gliederung des Raums. Betrachtet man den Garten als leeren Raum, so erscheint er als solcher uninteressant. Sobald wir das Gelände zu unterteilen beginnen, schaffen wir nicht nur zusätzliche Räume, sondern wir «steuern» zugleich auch, wie er Bereich für Bereich erfahren werden möchte.


Gartenräume sind nicht direkt einsehbar. Es entstehen dadurch lauschige Ruheplätze und gemütliche, intime Rückzugsmöglichkeiten. Um Räume schaffen zu können, sind Abgrenzungen jedoch notwendig. Sie begrenzen, schirmen ab oder unterteilen.

Strukturen

Raumteiler schaffen Bereiche, die jeweils einem ganz bestimmten Zweck dienen, in dem sie zum Sitzen, Essen oder Spielen einladen. Sie lassen Grünanlagen somit optisch in verschiedene Nutzungsbereiche trennen und schaffen innerhalb einer Gesamtanlage Bereiche mit ganz speziellen räumlichen und mikroklimatischen Qualitäten. Durch die raumbildende Wirkung werden vor allem kleinere Gärten illusionistisch vergrössert.
Mit der Unterteilung in Räume können sich zudem ganz unterschiedliche Erwartungen verbinden, sowohl in ästhetischer als auch praktischer Natur. Ein schlichtes Rankgitter oder Spalierelement, das den Garten unterteilt, kann auch einen Geräteschuppen, den Komposthaufen oder das Garagentor nebenan kaschieren. Ein Torbogen zwischen zwei Gartenräumen unterstreicht jenes feine Gefühl der Spannung, das sich über die reizvolle Verengung mitteilt.

Schier unendliche Vielfalt

Es gibt unglaublich viele Varianten der Teilung und ebenso viele Materialien, die sich als Raumunterteilung eignen. Steinmauern, Rankgitter, Holzwände, Palisaden, Drahtschotterkörbe, Hecken, eine Gruppe von Gehölzen, dies alles kann dekorativ wirken. Wichtig ist nur, dass man sich bei der Wahl am Umfeld und dem Gesamtbild des Gartens orientiert. Auch über Faktoren wie die Höhe sollte man sich Gedanken machen. Denn eine Unterteilung die höher als die Begrenzung ist, wirkt keineswegs harmonisch.

Ganz speziell für kleine Gärten

Besonders in kleineren Gärten ist es sehr wichtig, ein ausgewogenes Verhältnis von Bauwerksgrösse und Umgebung zu wahren, damit der Raum nicht erdrückt wird. Dennoch können wir auch in einem kleinen Garten interessante und spannungsvolle Strukturen schaffen, indem wir den Garten mit transparent wirkenden, niederen Zäunen oder durch die Pflanzung niedriger Hecken eine individuelle Gliederung geben und trotzdem die Übersichtlichkeit erhalten.

Räumlicher Effekt

Auch Höhendifferenzen sowie betonte Sichtachsen verleihen einem Gartenraum zusätzliche Spannung. Mit der Betonung der längsten Achse im Garten erscheint der Raum grösser. Dies kann beispielsweise durch eine diagonal angelegte Pflasterung geschehen oder, indem die längste Achse des Gartens zu einer Sichtachse gestaltet wird. Der Blick des Betrachters wird hierbei beispielsweise entlang eines Weges oder über einen Teich auf einen konkreten Fluchtpunkt gelenkt, dies kann ein Gartenbank oder eine Skulptur sein. Auch der Einsatz heller Farben erzeugt einen räumlichen Effekt.

Geheimnis der Raumbildung

Die Gestaltungsprinzipien Spannung, Geheimnis und Überraschung, lassen sich in ihrem Effekt durch Laubengänge noch zusätzlich steigern. Laubengänge bilden fantastische Raumteiler, die sich selbst für kleine Gärten eignen. Was ihren besonderen Reiz ausmacht, ist der kleine Streifzug, zu dem sie uns verlocken und unterwegs immer wieder neue Einblicke in den Garten gewähren. Sie sind wie geschaffen für Kletterpflanzen, wobei duftende Arten den Gang zu einem Erlebnis der besonderen Art machen.